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Verfüllend Injektionen

Verfüllend Injektionen, sind für konstruktiv nicht beanspruchte Bauteilen mit geringem Aufwand und auch ohne Geräte ausführbar. Mit der Zielstellung die Festigkeit und Standsicherheit von marodem Bruchsteinmauerwerk zu erhöhen, werden Hohlräume in zerklüfteten oder zweischaligen Wänden, mit Zementschlämmen aufgefüllt. In der einfachsten Variante füllt man mineralische Bindemittelsuspensionen, drucklos über eingemörtelte Schläuche mit Trichter und Gießkanne in das Mauerwerk, mit dem Ziel Festigkeit und Standsicherheit zu erhöhen. Diese Technik stellt die Urform einer Mauerwerksinjektion dar und ist sicherlich so alt wie die Anwendung hydraulischer Bindemittel.

Mit der Zeit wurden die Verfahren immer weiter optimiert. Heute steht eine breite Palette von Verfahren für unterschiedlichste Anwendungen zur Verfügung. Mit Hilfe von Suspensionen aus mikrofeinen Zement ist es möglich feinste Risse, Fehlstellen und Kiesnester im Beton auszufüllen. Damit ist es möglich Hohllagen von Fliesen, Putz oder Estrichflächen durch das Hinterpressen mineralischer Bindemitteln zu beseitigen.

Im DDR-Wohnungsbau wurden dreischalige Fertigteil-Außenwandplatten mit einem Kern aus haufwerksporigem Beton hergestellt. Die Druckfestigkeit genügt unter Umständen den heutigen Anforderungen nicht mehr, wie hier an einem Plattenbau in Leipzig, der in den 90er Jahren saniert wurde. Durch Verfüllen der innenliegenden Porenstruktur mit einer Suspension aus Mikrozement wird die Festigkeit und Tragkraft erhöht, es entstehen monolithische Betonplatten.

Bei der Sanierung von historischen Gebäuden sind oft denkmalspflegerische Forderungen zu erfüllen, die mit genormten Bauverfahren nicht zu erreichen sind. So bei der Umsetzung der Kirche Heuersdorf, ein historisches Gebäude mit Mauerwerk aus Natursteinen, mit großen Hohlraumanteil. Zur Herstellung der erforderlichen Transportstabilität musste neben vielen anderen Maßnahmen das Mauerwerk verfestigt werden, der Auftrag für diese Teilleistung wurde uns erteilt und stellte eine große Herausforderung dar. Die Verfüllung der Hohlräume mit Zementsuspension, wie am vorgenannten Beispiel der Plattenbauten kam nicht in Frage. Auf den Innenflächen der Natursteinwände hatte der ursprüngliche Innenputz mit allen Farbschichten die Jahrhunderte überdauert. Er musste unbedingt erhalten bleiben. Bei der druckloser Füllung der zerklüfteten Mauern bestand Gefahr, dass allein die Schwerkraft der eingebrachten Zementsuspension den teilweise hohllagigen Putz absprengt. Nur ein leichtes Injektionsmaterial mit geringer Dichte und der Konsistenz ähnlich Schaumstoff könnte sich eignen.

Die Lösung war durch eine Entwicklung der Bauhaus Universität Weimar, F.A. Finger-Institut für Baustoffkunde möglich. Man hatte eine Rezeptur entwickelt, mit der unter Baustellenbedingungen ein stabiles Einpressgut aus Schaum-Zement hergestellt werden konnte. Diese aufgeschäumte Suspension zeichnet sich neben einem geringen Gewicht auch durch eine niedrige inneren Reibung aus, sie kann mit minimalen Druck (1-2 bar) weiträumig im Mauerwerk verteilt werden.

Impressionen Urform einer MauerwerksinjektionUrform einer Mauerwerksinjektion DruckinjektionDruckinjektion PlattenbauPlattenbau Kirche HeuersdorfKirche Heuersdorf Schaumzement InjektionSchaumzement Injektion